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"Ich bin nicht in der Lage, den kreativen Prozess genau zu beschreiben, wenn ich beispielsweise mit meinen Händen modelliere. Oft habe ich das Gefühl irgendetwas nach oben zu holen, eine Gestalt, aber sie liegt noch tief im Dunklen. Ich lasse es den Autopiloten übernehmen - so passiert etwas, ich habe einen Kontakt. Jetzt geht es darum, wie ich die Form gestalte, so dass sie der Idee entspricht. Es scheint wie ein Widerspruch - ich erlaube mir die Freiheit, Fehler so einzukalkulieren, um das zu erreichen, was starre Gesetzmäßigkeiten verordnen."

Über den Künstler ...

Jon Aslak Fintland wurde 1959 in Flekkefjord, Norwegen, geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. 1981 beginnt er ein Theologiestudium in Oslo, das er vier Jahre später wieder abbricht. "Ich konnte mich dem System von Begriffen und Gedankengebäuden des Studiums nicht anpassen", so der Künstler. Seine nun folgende Arbeit als Gerüstbauer auf Bohrinseln in der Nordsee - und der damit verbundene Wechsel von der geistigen zur körperlichen Tätigkeit – gibt ihm die Chance zur Neuorientierung. 1991 nimmt er ein Studium der Kunstgeschichte an der Volksuniversität Flekkefjord auf. Hier findet die folgenreiche Begegnung mit Henry Moore und seinen ausdruckstarken Skulpturen statt. Er folgt diesem ersten Impuls und beginnt zunächst an Holzskulpturen zu arbeiten.

"Ein Bildhauer muss begreifen, welche Rolle das Material spielt, das er für seine Skulptur wählt - als Medium zum endgültigen Ausdruck der Skulptur. Ich arbeite gerne mit Holz und Stein, weil beide ausgezeichnete Materialien sind und nicht zuletzt, weil der Unterschied zwischen beiden in sich schon Ansporn und Herausforderung ist. Eines beginne ich zu begreifen: In jedem Stück Holz oder Stein zeigt sich Geschichte in ihrer ganz besonderen Art und Weise."

Seit 1994 nimmt Jon Aslak Fintland an öffentlichen Austellungen teil. 1996 wird die Einzelaustellung in der Galerie Sammas in Tallinn/Estland ein wichtiges Ereignis in seinem Selbstfindungsprozess als Bildhauer. Die Ausstellung wird von "Nordisk ministerraad" unterstützt. 1999 stellt er in der Galerie "Lista Fyr" aus. Im gleichen Jahr arrangiert er in Zusammenarbeit mit dem Südnorwegischen Fernsehen (NRK) und der Gemeinde Sirdal eine Ausstellung im Freien, in der Nähe der Wasserfälle in Øksendal. Zusätzlich integriert die Gemeinde die Ausstellung in den Unterricht der Grundschüler. Im Jahr 2000 werden zwei seiner Skulpturen als Jahrtausendmonumente ausgewählt, eine in Holz, die andere in Stein. 2001 erwirbt die Restaurantkette Bølgen&Moi vier seiner Steinskulpturen - sie stehen jetzt im "Henie-Onstad Kunstsenter".

Um den internationalen Zentren näher zu sein, lebt und arbeitet Jon Aslak Fintland seit dem Jahr 2000 zeitweise auch in Deutschland. Die günstige Lage Freiburgs im Dreiländereck ermöglicht ihm den Kontakt sowohl zu Frankreich als auch zur Schweiz.

"Sie ist wahrscheinlich schon seit einigen Millionen Jahren hier", sagt der Künstler. Einst entdeckte er in einem Garten ein Exemplar von der Feuerwanze, von der er seither eine Zeichnung in seinem Geldbeutel aufbewahrt. Auf dem Rücken trägt das Insekt eine Zeichnung auf der sich Kreise, Halbkreise, gerade Linien und ein gleichseitiges Dreieck befinden. "In vollkommener Symmetrie stehen die Einzelteile zu einander, wie eine afrikanische Maske, eine fantastische geometrische Konstruktion - oder wie eine Sonate von Beethoven. ... Ja, ich lasse mich inspirieren, weil dieses kleine Insekt in seiner Art eine Botschaft über Form, Funktion und Sinn der Dinge trägt. Aber wie ist es möglich", so Jon Aslak Fintland, "dass seine Erscheinung so kristallklar aber gleichzeitig auch so rätselhaft ist?"

   

 
 

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